Nachhaltige Entwicklung und Sozialkapital

Ursprünglich wurde der Begriff der nachhaltigen Entwicklung im Zusammenhang mit der Waldnutzung verwendet. Ziel war es, Wald nicht ausschließlich als Rohstofferzeuger zu sehen, sondern ihn umfassend in seinen Funktionen zu betrachten (Schutz- und Erholungsraum, Lebenswelt für Tiere und Pflanzen, Artenviel-
falt, …).

 

Ein weiterer Meilenstein in der Debatte um nachhaltige Entwicklung war die Rio-Deklaration 1992. Mit der lokalen Agenda 21, einem entwicklungs- und umweltpolitischen Programm, werden Prozesse auf lokaler Ebene forciert um die Probleme, die vor Ort lösbar sind, mit Beteiligung möglichst vieler zu bewältigen.

 

Sozialkapital, ein Kitt in unserer Gesellschaft

 

Durch Beteiligung von Menschen entstehen Netzwerke. Durch dieses Tun wird Sozialkapital, der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält, generiert. Sozialkapital ermöglicht den Menschen den Zugang zum sozialen und gesellschaftlichen Leben, wie Hilfestellungen, Anerkennung, Wissen, Arbeitsplätze, etc.
Es erhöht die Lebensqualität und trägt zum Wohle aller bei.

 

 

Aufgaben und Chancen für die Kommunen

  • Partizipation als Grundlage zur Bewältigung von umfassenden Aufgaben auf lokaler Ebene macht Engagement sichtbar

  • engagierte BürgerInnen bringen sich ins Gemeinwesen ein, reden und gestalten mit; Sozialkapital wird generiert

  • das herkömmliche Politikverständnis gerät ins Wanken. Politik muss, um erfolgreich zu sein, von vielen mitgetragen werden (nicht nur von den gewählten FunktionärInnen)

  • Gemeinden sind gefordert ein gutes Steuerungssystem im Sinn von good gouvernance (gutes Regierungsverhalten) zu entwickeln. Dazu braucht sie das Vertrauen der Bevölkerung.

 

Die Kommune profitiert durch

  • die politische Kultur (verantwortlich sind „die da oben“) wird eine andere
  • durch Engagement und Mitverantwortung wird Sozialkapital gebildet
  • die Lebensqualität in der Gemeinde wächst
  • gemeinsame Prozesse stärken den Zusammenhalt der Menschen
  • das Bewusstsein für die lokale und globale Verantwortung verändert sich

 

Artikelaktionen